Bis Ende März will die Grossbank sämtliche Kunden auf ihre eigene Plattform überführen. Das hat zum Teil höhere Kosten zur Folge. Bei Standardprodukten lohnt sich ein Preisvergleich.
Die UBS hat von ihren Kunden nach der Migration positive Rückmeldungen erhalten.
Karin Hofer / NZZ
Für die UBS ist 2026 ein entscheidendes Jahr. Die Grossbank treibt die Migration der früheren CS-Kunden auf ihre Plattform mit Nachdruck voran. Der Zusammenschluss der beiden systemrelevanten Grossbanken funktioniert weitgehend reibungslos. Gut 85 Prozent der ehemaligen CS-Kunden in der Schweiz hat die UBS bereits übergeführt. Für sie alle heisst es: Willkommen in der schönen, neuen Welt der UBS.
Für viele frühere CS-Kunden bedeutet der Wechsel nicht nur ein neues E-Banking und eine neue IBAN. Auch unter der Haube der Bank ist vieles neu. Die neue UBS-Plattform bedeutet neue Produkte und mit ihnen teilweise eine neue Gebührenstruktur.
Schweizer Privatkunden sind bereits fast vollständig auf die neue Plattform übertragen. Noch ausstehend sind vor allem die komplexen Bankbeziehungen wie gewisse Firmenkunden und auch die superreichen Kunden aus der Vermögensverwaltung, die bei der Übertragung aufwendiger sind. Bis am Schluss des ersten Quartals will die UBS auch die letzten Schweizer Kunden der Credit Suisse auf ihre eigene Plattform übertragen haben.
Starker Einfluss auf die Kosten
Die Kunden, die zur UBS gekommen sind, müssen sich nun an eine neue Bankenwelt gewöhnen. In der Vermögensverwaltung macht sich das etwa in den Depots bemerkbar. Diese orientieren sich nun an der Hausmeinung der UBS-Ökonomen: «Die Asset Allocation der UBS findet mehr und mehr Eingang in die Portfolios der Kunden», sagt Karl Flubacher vom Finanzdienstleister VZ Vermögenszentrum.
Die Produkte der CS wurden laut Flubacher gegen jene der UBS ausgetauscht. Produkte, welche die Grossbank nicht übernommen hat, liess sie auslaufen, oder den Kunden wurde dem Vernehmen nach vorgeschlagen, auf ein ähnliches Produkt der Grossbank umzusteigen.
Die Umstellung kann die Kosten in der Vermögensverwaltung allerdings stark beeinflussen: «Bei den Fonds hatte die CS sicher mehr auf passiv verwaltete gesetzt, während die UBS stärker mit aktiv verwalteten Lösungen unterwegs ist», beobachtet Flubacher. Diese seien grundsätzlich teurer.
Dem Vernehmen nach ist es durchaus möglich, dass einzelne Produkte bei der UBS nach dem Transfer durch teurere ersetzt wurden. Dies sei aber nicht durchgehend geschehen. Die Credit Suisse wie die UBS hätten in der Vermögensverwaltung auf aktiv und passiv verwaltete Fonds gesetzt, heisst es.
Die etablierten Banken schneiden schlecht ab
Ob sich nach dem Verschwinden der CS die Gebühren für Bankgeschäfte generell verändern, ist schwierig zu beurteilen. An der grundsätzlichen Verteilung der Gebühren auf dem Schweizer Finanzplatz hat sich indes nichts geändert. «Geht es um die Gebühren, hat die UBS schon vorher zu den teuersten Anbietern gehört», sagt Ralf Beyeler vom Vergleichsdienst Moneyland.ch. Die etablierten Banken wie die UBS, Raiffeisen oder die Kantonalbanken seien immer noch vergleichsweise teuer.
Trotzdem kann es sich für ehemalige CS-Kunden lohnen, die Gebühren der verschiedenen Banken miteinander zu vergleichen. Das ist nicht überall möglich, etwa in der Vermögensverwaltung. Nicht von allen Banken liegen hier die Konditionen vor. Hier lohnt es sich, Informationen von mehreren Anbietern einzuholen.
Einfacher ist der Vergleich dagegen bei standardisierten Angeboten wie Privat- und Sparkonti, Hypotheken sowie beim Online-Trading oder bei den Vorsorgefonds für die Säule 3a. Hier schneiden Digitalbanken bei den Gebühren vielfach deutlich besser ab als die etablierten Banken. Moneyland.ch hat die Gebühren und Zinssätze ausgewählter Schweizer Banken für die NZZ verglichen.
Die UBS hat im vergangenen Jahr ebenfalls ein Gratiskonto eingeführt. Dieses gilt für Neukunden, aber auch die ehemaligen Kunden der Digitalbank CSX wurden in das Angebot übergeführt. Hier spürt die UBS den Wettbewerb. «Die Grossbank muss sich um die Kunden bemühen, die das Smartphone für ihre Bankgeschäfte nutzen», sagt Beyeler. Finden diese anderswo bessere Konditionen, sind sie sonst rasch bereit zu wechseln.
Die UBS fährt unterschiedliche Preisstrategien
Das Gratiskonto der Grossbank läuft über die Digital-Plattform Key4 der UBS. Hier bietet die UBS durchaus marktübliche Konditionen. Wie hoch die Kosten tatsächlich ausfallen, hängt jedoch von der Nutzung ab. Kostentreiber sind etwa das Zahlen im Ausland oder Bargeldbezüge bei fremden Bancomaten.
Bei den Privat- wie den Sparkonten gilt jedoch, dass bei Digitalbanken Kunden zwar tiefere Gebühren, aber auch ein beschränktes Angebot dafür bekommen. Die etablierten Banken rechtfertigen ihre Gebühren im Gegensatz dazu mit ihrem Filialnetz, der persönlichen Beratung und ihrem grösseren Produktangebot.
Das zeigt sich auch beim Online-Trading. Hier fährt die UBS ebenfalls zwei unterschiedliche Preisstrategien: einmal über das klassische E-Banking, wo sie zu den vergleichsweise teuren Anbietern gehört. Für die Kunden der Digitalplattform Key4 gibt es dagegen eine günstigere Option. Im Gegensatz zu spezialisierten Anbietern wie Swissquote oder der Saxo Bank steht bei Key4 nur ein beschränktes Angebot an handelbaren Wertpapieren und Fonds zur Verfügung.
Für Ralf Beyeler erklären sich die teilweise hohen Gebühren beim Trading, weil die Kunden bereit sind, solche Gebühren zu zahlen. «Wie in anderen Bereichen auch, dürften die Banken die Kaufkraft und die Zahlungsbereitschaft ihrer Kunden in der Schweiz abschöpfen wollen», sagt er. Traditionelle Schweizer Banken würden ihren Kunden lieber anbieten, die Vermögensverwaltung für sie zu übernehmen, als ein günstiges Online-Trading einzuführen. Dies sei für die Banken lukrativer, glaubt er.
Zu den Gebühren für ihre Kunden nimmt die Grossbank keine Stellung. Bezüglich der Integration verweist sie auf eine Aussage des Bankchefs Sergio Ermotti anlässlich der letzten Quartalszahlen: «Wir erhalten positive Rückmeldungen von Kunden, die auf die UBS-Plattform gewechselt sind. Sie sind damit sehr zufrieden. Die UBS bleibt auf Kurs und wird die Migration bis Ende des ersten Quartals abschliessen.»
Mit dem Verschwinden der Credit Suisse hat sich auf dem Schweizer Finanzplatz vieles geändert. Ob das Angebot der UBS nach wie vor passt, muss letztlich jeder Kunde für sich selbst entscheiden. Zu grossen Wechselbewegungen ist es bislang nicht gekommen.
Knapp drei Jahre nach der CS-Übernahme stellen Branchenvertreter jedoch fest, dass Angebote für einen Wechsel heute stärker auf offene Ohren stossen als früher. Flexibler würden sich vor allem Private und die etwas weniger reichen Kunden zeigen – also solche, die eher nach einem austauschbaren Angebot suchen. Ein genauer Blick auf die Gebühren kann sich für sie durchaus lohnen.





