Sechs Teilnehmer standen im Final. Nun steht fest, wer die neuen Banknoten der Schweiz gestalten wird. Bis mit den Geldscheinen bezahlt werden kann, wird es aber noch einige Jahre dauern.
Die Firma Emphase GmbH hat mit diesen Banknoten den Gestaltungswettbewerb der Schweizerischen Nationalbank (SNB) für die neue Banknotenserie gewonnen.
SNB
Es wirkt fast ein bisschen nostalgisch. In einer Zeit, in der das Bargeld zunehmend an Bedeutung verliert, da immer öfter elektronisch bezahlt wird, hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Mittwoch eine neue Banknotenserie vorgestellt. Das Motto der mittlerweile bereits zehnten Serie lautet «Die Schweiz und ihre Höhenlagen». Grafisch thematisiert wird also die einzigartige Topografie der Schweiz, die sich vom Jura über das Mittelland bis zu den Alpen erstreckt.
Die Bevölkerung hat mitgeredet
Noch muss sich die Bevölkerung etwas gedulden. So werden die neuen Geldscheine frühestens Anfang der 2030er Jahre verfügbar sein. Denn die Herausgabe einer neuen Banknotenserie, wie sie die SNB alle 15 bis 20 Jahre in Angriff nimmt, hat einen langen Vorlauf. Zum einen sind Banknoten staatliche Visitenkarten, die ästhetisch besonders überzeugen sollten. Zum andern braucht es Sicherheitsmerkmale, die leicht zu erkennen und schwer zu fälschen sind.

Das stellvertretende Mitglied des SNB-Direktoriums Sébastien Kraenzlin präsentiert die neuen Schweizer Banknoten.
Urs Flüeler / Keystone
Beim Gestaltungswettbewerb standen am Schluss sechs Finalisten im Rennen. Ausgewählt wurden sie nicht nur von einem Beirat mit externen Fachleuten. Erstmals konnte im letzten Sommer auch die Bevölkerung mitentscheiden, und zwar in einer Online-Umfrage, an der über 100 000 Personen teilnahmen. Über den Gewinner entschied dann zu 60 Prozent die Bewertung der ersten Wettbewerbsstufe und zu 40 Prozent die Beurteilung des Angebots und der Eignung in der zweiten Stufe.
Das Rennen gemacht hat das Lausanner Büro Emphase GmbH. Der von der Firma eingereichte Entwurf habe im Gestaltungswettbewerb das beste Gesamtresultat erzielt, betont die SNB. Der Entwurf setze das Thema der Höhenlagen überzeugend um, etwa mit der engen Verflechtung von Bevölkerung und Natur auf jeder Höhenlage. Sébastien Kraenzlin, stellvertretendes Mitglied des SNB-Direktoriums, sprach bei der Präsentation von einer «herausragenden gestalterischen Leistung».
Im Entwurf des siegreichen Grafikbüros zieren auf der einen Seite einheimische Pflanzen in Originalgrösse die Banknoten. Auf der anderen sind es Sujets aus Architektur, Kultur, Verkehr und Landschaft. Dabei sticht ins Auge, dass die Noten untereinander in Beziehung treten. So ist etwa zwischen der Zehner- und Zwanzigernote ein Brücke gezeichnet, die laut Fabienne Kilchör, Gründerin und Partnerin von Emphase, sinnbildlich ist für die Verbindung der verschiedenen Kulturen.
Stückelung und Farbe bleiben gleich
Mit dem Gewinn des Wettbewerbs ist die Arbeit für den Sieger aber noch lange nicht abgeschlossen. Vielmehr geht es nun um die gestalterische Weiterentwicklung, die Integration der Sicherheitselemente und die drucktechnische Aufbereitung. Die SNB betont denn auch, dass sich das endgültige Design noch deutlich von den eingereichten Entwürfen unterscheiden könnte. Das letzte Wort bei der Gestaltung hat dabei der Bankrat, also gewissermassen der Verwaltungsrat der SNB.
Auch wenn die neue Banknotenserie diverse Neuerungen enthält, vieles bleibt beim Alten: Das gilt erstens für die Stückelung. Weiterhin gibt es sechs Banknoten – und somit auch eine Tausendernote. Diese steht seitens Kritiker unter dem Verdacht, nicht nur zur Wertaufbewahrung, sondern auch für Geldwäscherei und Steuerhinterziehung zu dienen. Zweitens bleibt auch die Farbgebung unverändert. Eine Fünfzigernote wird also beispielsweise auch künftig eine grüne Farbe haben.
Das waren die sechs Finalisten
Die geografische Charakteristik der Schweiz wird auf der Vorderseite durch die aufsteigende Silhouettenlinie visualisiert, die sich fortlaufend über die Serie hinwegzieht. Auf jeder Note wird die Sonnenposition zu einer bestimmten Tageszeit während eines Jahres dargestellt.
SNB
Der gestalterische Spielraum der Grafiker hat weitere Grenzen. So ist klar vorgegeben, welche Banknote welche Höhenlage darstellen soll. Dabei gilt: je höher der Geldwert, desto dünner die Luft. Die 10-Franken-Note repräsentiert somit die Tiefenlagen, die 20-Franken-Note das Mittelland, die 50-Franken-Note den Jura, die 100-Franken-Note die Voralpen, die 200-Franken-Note das Gebirge und die 1000-Franken-Note schliesslich das Hochgebirge.
Der SNB-Film zum Konzept der neuen Banknotenserie.
Das siegreiche Konzept von Emphase war das einzige Projekt, das sowohl in der Bevölkerungsumfrage als auch in der Bewertung durch die Expertenjury zu den drei Favoriten gehörte.





